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Nur eine der vielen Fragen, die Professor Dr. Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik / Medizinische Physik der LMU München, in seinem Vortrag für die naturwissenschaftlichen Oberstufenkurse beantwortete.

Mit Prof. Dr. Schreiber, der am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching u.a. den Aufbau des Attosekundenlasers begleitet, konnte auch heuer wieder ein Referent gewonnen werden, der die inzwischen zur Tradition gewordenen Physikvorträge mit dem Ziel, aus vorderster Front Einblick in aktuelle Forschungsgebiete zu ermöglichen, in gelungener Weise fortsetzte. Sein Referat "Teilchenbeschleuniger im Wandel der Zeit" spannte den Bogen von den klassischen Beschleunigern, wie etwa dem Zyklotron, hin zur Beschleunigung von Teilchen mit gepulstem Laserlicht. Neben der Ionenstrahltherapie erläuterte Prof. Dr. Schreiber dabei auch die Realisierbarkeit von Lichtsegeln und die Möglichkeit, mit ultrakurzen Laserpulsen Blitzaufnahmen vom Inneren der atomaren Elektronenhülle zu machen. Viele interessierte Fragen und lang anhaltender Applaus belohnten den sympathischen Wissenschaftler für seinen interaktiven Vortrag, den er nachmittags in vertiefter Form für die Lehrkräfte der Fachschaft Physik und Chemie wiederholte.

Professor Dr. Benno Willke* hielt vor Schülern des Albertus-Magnus-Gymnasiums einen Vortrag über den direkten Nachweis von Gravitationswellen. Er war mit seinem Team vom Laser-Zentrum Hannover maßgeblich am Bau und an der Entwicklung der Messgeräte zum direkten Nachweis der Gravitationswellen beteiligt. Am 14.9.2015 wurden diese Wellen erstmals in der Geschichte der Menschheit nachgewiesen.

Apl. Prof. Dr. Benno Willke (expert on: experimental aspects of GW detectors, aLIGO lasers):
"Diese Entdeckung übersteigt die menschliche Vorstellungskraft: Vor mehr als einer Milliarde Jahren sind zwei schwarze Löcher miteinander verschmolzen und haben dabei dreimal die Masse unserer Sonne in Gravitationswellenstrahlung umgewandelt. Diese Strahlung hat im September letzten Jahres auf der Erde den Abstand von zwei 40 Kilogramm schweren Spiegeln um weniger als ein Tausendstel eines Atomkerndurchmessers verändert und wir waren in der Lage, dies zu messen! Unvorstellbar! Es ist ein erhebendes Gefühl, dass wir am Albert-Einstein-Institut und am Laserzentrum Hannover die Laser entwickelt und gebaut haben, die diese Entdeckung ermöglicht haben."