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Seit zwei Jahren gibt es am Albertus-Magnus-Gymnasium einen Wahlkurs Politik und Zeitgeschichte. Eine Gruppe von Schülern der 9. und 10. Klassen trifft sich regelmäßig um politische Wettbewerbe zu bearbeiten, aktuelle Fragen zu diskutieren oder –was wir in letzter Zeit am häufigsten gemacht haben – Politiker zu besuchen.

Unter dem Motto "Nachhaltigkeit lokal gestalten – europäisch denken" setzte sich die 10c im Rahmen eines Planspiels mit einem lokalen Sanierungsprojekt im fiktiven Ort Mühlbach auseinander. Das Konzept der Biodiversität bildete hier die Grundlage sich mit dem Green Deal der EU zu beschäftigen. Das Szenario? Ein verfallener Gebäudekomplex rund um eine alte Mühle soll mit Hilfe von Fördergeldern der EU saniert werden. Aber wie? Ein Begegnungszentrum zum Thema Biodiversität? Oder doch lieber ein Biergarten mit heimischen Produkten in malerischer Kulisse, der den Tourismus ankurbeln könnte? Oder einfach ein richtiges Biotop entstehen lassen? Die Schüler wurden diesen drei Gruppen zugelost und mussten nun gemeinsam in ihrer Gruppe Konzepte erarbeiten, mit denen sie die Bürgerversammlung überzeugen konnten. Da stießen handfeste Interessen aufeinander! "Eine Streuobstwiese um meinen Acker??? Ja, ganz bestimmt nicht!" "Einen Badeplatz für lärmende Jugendliche? Auf gar keinen Fall in der Nähe eines Naturschutzgebiets!!!" Schnell war klar, je stärker man sich mit "seiner" Planspielrolle identifiziert, umso schärfer wurden die Konflikte und auch der Ton in der Bürgerversammlung, die Bürgermeister und Stellvertreter teilweise nur mit Mühe wieder "befrieden" konnten. Sehr real wirkte das Szenario hier.

Im Rahmen der digitalen Schülermedientage 2021 der Bayrischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, der MEDIASCHOOL BAYERN und vieler weiterer Partner*innen, besuchten am Montag den 03.Mai von 8:15 Uhr bis 9:15 Uhr auch Schüler*innen des AMG ein Journalist*innen-Gespräch mit dem Titel "Rechtsextremer Terror – Demokratie in Gefahr", und hatten somit die Möglichkeit der SZ-Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger Fragen rund um Rechtsextremismus und Gerichtsprozesse zu stellen. Annette Ramelsberger verfolgte unter anderem den Wulff-Prozess, den Hoeneß-Prozess und insbesondere vom NSU- und vom Lübke-Prozess konnte sie viel berichten. Hierbei zum einen über ihre Arbeit als Reporterin und die Schwierigkeiten vor allem während der Corona-Krise, zum anderen über die Bedrohung und Einschüchterung durch Rechtsextremist*innen bei Gerichtsprozessen im Publikum und allgemein.

Auch das AMG beteiligt sich in diesem Jahr am Anne Frank Tag, einem bundesweiten Aktions-tag gegen Antisemitismus und Rassismus. Der Anne Frank Tag findet rund um Anne Franks Geburtstag, dem 12. Juni, statt. Deutschlandweit engagieren sich Schüler und Schülerinnen an beinahe 500 Schulen bei der bundesweiten Aktion, die vom Anne Frank Zentrum in Berlin organisiert wird. Unter dem diesjährigen Motto »Blick auf die Geschichte« beschäftigen sich auch die Schüler und Schülerinnen des AMGs mit Anne Franks Lebensgeschichte. Anne Frank ist eines der bekanntesten Opfer des Holocaust und wurde durch die Veröffentlichung ihres Tagebuchs weltweit bekannt.

Am Donnerstag, den 18.3., hatten der Wahlkurs "Politik und Zeitgeschichte" und das W-Seminar "Populismus" die Gelegenheit die ZEIT-online Redaktion über ein Zoom Meeting zu besuchen. Da gerade für den Politik und Zeitgeschichte Kurs interessante Exkursionen "vor Ort"“ zurzeit praktisch unmöglich sind, war das eine ideale Gelegenheit um wenigstens online einen "politischen Ort" zu erkunden.

Den Fragen der Schüler stellten sich die Nahost-Korrespondentin Lea Frehse, die in Beirut lebt, und der Redaktionschef des Investigativressorts Holger Stark, der auch einer der Chefredakteure der ZEIT ist. Zunächst präsentierten sich die beiden Journalisten den Schülern und beantworteten Fragen, die diese im Chat stellen konnten bzw. die – wie von unserer Gruppe – schon vorab gestellt worden waren. Die Moderatorin des Abends, Deborah Schnitzler, führte engagiert und temperamentvoll durch eineinhalb Stunden, die wie im Flug vergingen.