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Seit zwei Jahren gibt es am Albertus-Magnus-Gymnasium einen Wahlkurs Politik und Zeitgeschichte. Eine Gruppe von Schülern der 9. und 10. Klassen trifft sich regelmäßig um politische Wettbewerbe zu bearbeiten, aktuelle Fragen zu diskutieren oder –was wir in letzter Zeit am häufigsten gemacht haben – Politiker zu besuchen.

Am 18.7.2018 hatte das AMG zum zweiten Mal ein Seminar des Lehrstuhls für politische Philosophie und Ideengeschichte zu Besuch. Die Studierenden hatten speziell für die Klasse 10b und Mitglieder des Wahlkurses "Politik und Zeitgeschichte" ein Planspiel entworfen. Das überaus spannende und sehr aktuelle Thema dieses Planspiels war die Frage nach einem gemeinsamen europäischen Einwanderungsgesetz, das vor allem den Zuzug von Migranten aus Krisengebieten regeln soll. Der Wirklichkeit vorausgegriffen hatten die Studenten beim frühen Entwurf ihres Planspiels, indem sie die Einrichtung sogenannter "Expresszentren" ins Spiel brachten; genau solche äußerst umstrittenen Zentren, die sogenannten Ankerzentren, sollen jetzt in Deutschland eingerichtet werden.

Unter diesem positiven Vorzeichen erkundeten die Klasse 10b und einige Mitglieder des Wahlkurses "Politik und Zeitgeschichte" im Rahmen des Programms "Lernort Staatsregierung" das Umweltministerium in München. Nach einer Vorstellung des Ministeriums und einem Fachvortrag zum Thema Gentechnik, der für die naturwissenschaftlich geprägte Klasse gut verständlich war, durften wir die Räume der Ministerin besuchen. Und hier kommt der Bürohund ins Spiel. Verzieht er sich nämlich und kommt nicht neugierig den Besuchern entgegen, dann verläuft der weitere Tag erfahrungsgemäß auch oft holprig. Angeblich werden dann kaum Fragen gestellt und die gesamte Gruppe wirkt eher desinteressiert.

Ginge es nach den Schülern am AMG, die bei der U18-Wahl am 15.9.2017 gewählt haben, und auch nach den Stimmen der übrigen mehr als 215 000 Schüler, die vor der eigentlichen Bundestagswahl ihre Kreuzchen gemacht haben, wäre der Bundestag deutlich "grüner". Am AMG haben die Grünen sogar 25% der Stimmen erhalten. Ökologische Themen interessieren unsere Schüler offensichtlich, das sieht man auch an der großen Präsenz der schulinternen Umweltgruppe.

Auf Anregung der regelmäßigen Netzwerktreffen der Regensburger SOR-Schulen haben Schüler des Wahlkurses "Politik und Zeitgeschichte" die Idee aufgegriffen, eine Ausstellung zum "Gedenktag 23. April 1945 in Regensburg" zu gestalten. An diesem Tag wird nicht nur der Ermordung des Dompredigers Johann Maier durch die Nationalsozialisten in Regensburg, sondern auch der Verfolgung der Juden und der Zeugen Jehovas sowie der Auflösung der Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg - des Colosseums, die noch einmal viele Todesopfer forderte, gedacht.