Unter diesem Motto und im Rahmen des Wahlfaches Politik und Zeitgeschichte hatten vier Juniorbotschafterinnen die Möglichkeit auch dieses Jahr an der EU-Botschafterkonferenz, dieses Mal in Stuttgart, teilzunehmen. Der von Frau Stöckel am AMG schon seit vielen Jahren laufende Wahlkurs setzt sich für Demokratie und Politikförderung an unserer Schule ein. In Form von Juniorwahlen, Podiumsdiskussionen oder Europatagen soll das Bewusstsein der Schüler für eine tolerante und faire Politik gestärkt werden. Bei der EU-Botschafterkonferenz handelt es sich um eine Veranstaltung, die ausgehend von dem Programm Botschafterschulen für das Europäische Parlament organisiert wird.
Dieses Programm soll das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler für die Parlamentarische Demokratie in Europa, die Rolle des Europäischen Parlaments und die europäischen Werte schärfen. Darüber hinaus will das Programm junge Menschen dazu ermutigen, sich aktiv an den demokratischen Prozessen in der EU zu beteiligen und sich während der Schulzeit darüber hinaus mit anderen Aktiven zu vernetzen. Das Albertus-Magnus-Gymnasium besitzt das Zertifikat für eine Botschafter-Schule seit 2021 und darf resultierend daraus seitdem auch an den EU-Botschafterkonferenzen, die jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfinden, teilnehmen. Dieses Jahr kamen die Botschafterschulen aus ganz Deutschland am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Stuttgart zusammen. Nachdem wir gegen Mittag an der Schule angekommen waren, wurden wir bereits von den Organisatoren und Schülern des Gymnasiums freundlich begrüßt. Nach einer kurzweiligen Musikeinlage wurde uns das Programm vorgestellt. Es sah unter anderem ein Planspiel, den Austausch mit anderen Schülern und ein Abgeordneten-Gespräch vor. In Kleingruppen führten wir ein Planspiel durch, welches als Thema die Haushaltsverteilung der EU in die einzelnen Teilbereiche hatte. Dabei ist uns schnell bewusst geworden, dass obwohl eine große Menge Geld zur Verfügung stand, die Schwierigkeit darin bestand, allen Bereichen gerecht zu werden, keine zu vernachlässigen und doch einzelne zu priorisieren, da sie in unserer heutigen Realität von besonderer Bedeutung sind. Anschließend konnten wir im sog. Europacafé die Aktionen und Veranstaltungen anderer Schulen betrachten, die sie auf Ausstellungstafeln zur Schau stellten. Dadurch kam man mit den ein oder anderen Juniorbotschaftern ins Gespräch und tauschte sich über unterschiedliche Ideen für mögliche zukünftige Projekte aus. Nach einem Abendessen wurde das Wissen der Juniorbotschafter über die EU noch in Form eines Quiz` getestet. Bei dieser Gelegenheit haben wir uns mit den Juniorbotschaftern vom Domspatzen-Gymnasium, die seit diesem Jahr auch Botschafterschule sind, ausgetauscht. Am nächsten Tag fanden wir uns alle wieder in der Schule zusammen, um dem geplanten Abgeordnetengespräch beizuwohnen. Dafür war die Europaparlamentsabgeordnete Andrea Wechsler CDU/EVP eingeladen. In einer etwa zweistündigen Diskussionsrunde konnten Schüler ihr ihre Fragen stellen und miteinander diskutieren. Dabei stellten Themen wie Sicherheitspolitik, Wirtschaft und Klimaschutz immer wiederkehrende Aspekte der Debatte dar. Es wurde erneut deutlich, dass sich junge Menschen der derzeitigen Herausforderungen sehr bewusst sind und von der Politik Verantwortungsbewusstsein und Handlungsvermögen erwarten. Die Konferenz endete mit einer Feedback-Runde, in der Juniorbotschafter und Seniorbotschafter ihre Eindrücke austauschen und äußern konnten. Dabei erhielt die Veranstaltung große Zustimmung und positives Feedback.
In einer Zeit, in der eine Vereinigung wie die europäische Union vor vielen Herausforderungen steht, tragen wir junge EU-Bürger einen entscheidenden Teil dazu bei, wie sich die EU in Zukunft entwickelt. Wir sind die Zukunft. Aus diesem Grund und weil wir von vielen Vorteilen der EU profitieren, ist es maßgebend, dass wir uns auch dafür engagieren, dass uns diese Vorteile erhalten bleiben und die EU weiter eine starke und geeinigte Institution darstellt. Auch, wenn ein Großteil von uns das Wahlrecht noch nicht besitzt, bieten Veranstaltungen wie diese uns die Möglichkeit, uns für die EU zu engagieren, unsere Meinung zu politisch aktuellen Themen zu äußern und in den Austausch mit anderen Jugendlichen zu treten. Dies ist zentral für die demokratische und pluralistische Entwicklung der Europäischen Union.

Foto: privat
Helene Blankenhorn Q13, Juniorbotschafterin