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Wie macht man ein „ununterbrochenes Lied“ sichtbar? Die Klasse 7ab hat es gewagt: Im Rahmen des Lateinunterrichts beleuchteten die Schülerinnen und Schüler im Projekt „Mythenteppich“ das Leben des Dichters Ovid, die Gattung Epos und die Metamorphosen im Detail. Dabei gestaltete jeder fantasievoll ein Lapbook zu einem spezifischen Mythos einschließlich seiner Wirkungsgeschichte in Wort und Bild. Es wurde geschrieben, gemalt und gebastelt. Zusammengefügt ergeben diese Arbeiten einen „Mythenteppich“, der Ovids Carmen perpetuum lebendig und anschaulich widerspiegelt: Wer mit den Augen und Händen den Teppich erkundet, begibt sich auf einen Parcours der Kuriositäten, z.B. unter dem Motto: Vorsicht, alles wird Gold!

Beim Aufschlagen der Midas-Sektion flattert dem Betrachter tatsächlich ein goldenes Band entgegen. Man kann den Gierschlund Midas fast fluchen hören, während er feststellt, dass sich selbst sein Essen in hartes Edelmetall verwandelt. Gleich daneben wird es dramatisch: Die Geschichte der Arachne: Achtung, Acht-Beiner! Mit filigranen Zeichnungen und Texten wurde dokumentiert, wie aus der stolzen Weberin eine Spinne wurde – eine Warnung an alle, die sich mit den Göttern anlegen wollen! Der Mythenteppich zeigt, wieviel Herzblut und Spaß auch heute noch in der Auseinandersetzung mit der Antike stecken kann. Eines ist sicher: Wenn man heute jemanden aus der Klasse nach Verwandlungskünstlern fragt, fallen nicht nur Namen von Superhelden, sondern ganz klar auch der Name Ovid. Ein Projekt, das hängen bleibt – und das ganz ohne Spinnweben!

Mythenteppich
Foto: privat

Maria Wagner