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In diesem Jahr erlebt „Der zerbrochne Krug“ eine besondere Premiere: Die Abiturienten und Abiturientinnen können mit Heinrich von Kleists Lustspiel in ihrem Deutschabitur rechnen, da es eine verpflichtende Lektüre ist. Damit gewinnt auch die jüngste Schulaufführung des Stücks am Albertus-Magnus-Gymnasium eine besondere Bedeutung. Sie bot nicht nur eine kreative Annäherung an den Stoff, sondern zugleich eine intensive Vorbereitung auf die bevorstehende Abschlussprüfung. Vor diesem Hintergrund war die Inszenierung unseres Theater-Wahlkurses, die sich in manchem vom Original löste und deshalb zum „Zerbrochenen Krug“ wurde, am 18.03. und 19.03. mit Spannung erwartet worden. Zwar stand auch hier die Verhandlung in der Gerichtsstube des fiktiven niederländischen Dorfes Huisum im Mittelpunkt und zeigte ein korruptes Justizsystems. Auch die maßlosen und lüsternen Züge des Richters Adam wurden durch die skurrilen Überzeichnungen deutlich, so dass er als klassischer Komödientypus das Publikum zum Lachen brachte.

Einen besonderen Akzent setzte unser Theater-Kurs jedoch in die eigene Interpretation: Im Zentrum stand nicht nur der zerbrochene Krug als Symbol für verlorene Ehre und Unschuld, sondern vor allem für die Mädchen-Figur der Eve, die selbst „zerbrochen“ wird. Damit rückte die Inszenierung Fragen nach Unrecht, Machtmissbrauch und die Perspektive weiblicher Figuren stärker in den Fokus. Bezüge zu anderen literarischen Gestalten wie Gretchen wurden dabei ebenso sichtbar wie Parallelen zu aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen im Kontext der MeToo-Bewegung.

Die Aufführung zeigte, dass Kleists Stück mit seinen vielfältigen Themen nach wie vor „funktioniert“ und relevant ist, auch wenn die Sprache zunächst einmal begriffen werden muss. Die Inszenierung half dabei durch einige Glättungen und Kürzungen. Die Leistung der Schülerinnen und Schüler wurde dann besonders deutlich, wenn sie den Text nahe am Original mit besonders großer Spielfreude bewältigten.

So war die Aufführung nicht nur eine kreative Vorbereitung auf das Abitur, sondern zugleich eine anregende Einladung zum Weiterdenken – ganz im Sinne von der engagierten Gruppe, die im Anschluss der Aufführungen einen lebendigen Austausch mit dem Publikum suchte und der auch gerne angenommen wurde.

Theater 1
Foto: privat

Theater 2
Foto: privat

Manuela Dennerlohr, Leiterin der Theatergruppe