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Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen bekamen die Möglichkeit im archäologischen Museum in Kelheim viel Informatives über Gladiatoren zu erfahren, selbst in einem "ludus" zu trainieren und sich ihr eigenes Fanmedaillon anzufertigen.

Gladiatoren waren professionelle Schwertkämpfer im Römischen Reich, die vor Publikum gegeneinander antraten. Entgegen dem gängigen Klischee waren sie keine blutrünstigen Schlächter, sondern begeisterten durch hohe Kampfkunst. Sie kämpften stets Mann gegen Mann und traten mit unterschiedlichen Ausrüstungen und Schutzkleidungen gegeneinander an. Diese waren so aufeinander abgestimmt, dass sie unterschiedliche Taktiken in der Kampfführung, aber durchaus gleiche Chancen auf den Sieg ermöglichten.

Das Besondere der Gladiatorenkämpfe bestand aber darin, dass nach dem Kampf darüber entschieden wurde, ob der Besiegte zu begnadigen oder zu töten sei. Wenn der Unterlegene würdevoll, mutig und beherzt gekämpft hatte, forderte das Publikum seine Begnadigung.

Im schön gestalteten Garten des Museums erprobten die Schüler eifrig verschiedene Techniken des Kampfes wie z.B. den Netzwurf des Retiarius oder sie traten in Wagenrennen zur Schulung der Kondition an. Erschöpft vom Training im "ludus" der Gladiatoren dokumentierten die Kinder dann mit Ton, Mosaiksteinen und Münzen ihren Ruhm auf eigens gestalteten Medaillons, wie sie auch im Fankult üblich waren.

Die Ausstellung im Museum selbst wurde im Anschluss in Gruppenarbeit mit kleinen Präsentationen bearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler beleuchteten unter anderem folgende Fragenstellungen:

Wo liegt der Ursprung der Gladiatur?
Wie lebten die Gladiatoren?
Wie sah ihre Ausrüstung aus?
Wie lief eine Gladiatorenveranstaltung ab?
Durften Frauen nur zuschauen oder gar selber kämpfen?
Welches waren die Orte des Geschehens?

Großes Erstaunen rief bei den jungen Lateinern der Vergleich dieser Superstars mit den Sporthelden unserer Zeit hervor. Bereits damals gab es passende Fanschals oder Accessoires wie Trinkbecher mit den jeweiligen Helden zu kaufen. Eine weitere nachdenklich stimmende Parallele entdeckten die Kinder aber auch in der Sensationsgier der Menschen, die auch heute noch zu spüren ist, wenn man zum Beispiel an die Unfallgefahren bei Formel-Eins Rennen oder durchaus brutale Boxkämpfe denkt. Nicht umsonst begrüßten die Gladiatoren den Kaiser mit den Worten "Morituri te salutant – die Todgeweihten grüßen dich".

Gladiatoren1

Gladiatoren2

Gladiatoren3

Gladiatoren4

Karin Kemmeter