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Kennengelernt habe ich das Brigitte-Sauzay-Programm durch meine Französischlehrerin, die das Programm in der Klasse vorstellte. Ich wollte schon immer einmal einen längeren Austausch im Ausland machen und das Brigitte-Sauzay-Programm war dafür perfekt, da ich nur 3 Monate bleiben wollte. Ich fand es super, dass man bei diesem Programm alles selber entscheiden und sich einen Austauschschüler aussuchen konnte und dass es nichts kostete. Außerdem wollte ich unbedingt mein Französisch verbessern, internationale Kontakte knüpfen und die französische Kultur näher kennenlernen, da mich das Land schon immer fasziniert hat.

Also nahm ich durch die Kontaktanzeigen auf der Seite des Programms mit anderen französischen Jugendlichen Kontakt auf. Am Anfang war es ziemlich schwer, sich zu verständigen und zu verdeutlichen, was ich wollte, denn ich hatte nur 2 Jahre Französischunterricht. Aber nach einiger Zeit fiel es mir immer leichter und ich fand schließlich ein Mädchen, dessen Hobbys, aber auch die Terminvorstellungen mit meinen übereinstimmten. Einmal haben wir auch versucht zu videotelefonieren, aber da ging das Ganze irgendwie nicht so gut, da ihr Deutsch nicht sehr gut war. Ich dachte mir schon: Oh je, wie soll dass denn werden? Aber meine Familie und ich beschlossen dann doch, dass wir es gerne versuchen wollen, und so füllten wir die Papiere aus und nahmen mit der Schule Kontakt auf. Die Deutschlehrerin meiner Austauschülerin hat uns dabei sehr geholfen. Nachdem Diane 3 Monate hier bei uns in Deutschland war, flog ich im Anschluss gleich mit ihr nach Frankreich. Da wohnte ich in einem kleinen Dorf, das aber nur fünfzehn Minuten von Amiens entfernt war.

Da Diane wegen dem Austausch die Klasse wiederholen musste, kamen wir beide in eine neue Klasse, die Seconde B. Da ich hier in Deutschland in der 10. Klasse bin, hat das für mich gut gepasst. Aber ich habe schon bemerkt, dass sie in Mathe zum Beispiel die Sachen durchnahmen, die wir letztes Jahr schon gelernt hatten. In Englisch mussten wir am Anfang einen Einstufungstest schreiben und dann wurden wir in verschieden gute Gruppen aufgeteilt. Ich kam in die beste Englischgruppe und da war das Niveau wie in Deutschland und ich konnte super im Unterricht mitarbeiten. Anders war es in Chemie oder Physik. Ich habe dort nicht viel verstanden und es fiel mir sehr schwer, dem Unterricht zu folgen.
Ich fand eh, dass sich die französische Schule von unserer deutschen Schule sehr stark unterscheidet. So gab es beim Eingang ein riesiges Eistentor, durch das die Schüler nur mit einer Chipkarte passieren konnten. Alles andere war eingezäunt. Es gab auch Überwachungskameras und während der Mittagspause durften die Schüler das Schulgebäude nicht verlassen. Es gab viel mehr Regeln und Überwachungslehrer und alles war deutlich strenger. Auch die Schultage waren viel länger. Hier hatte ich jeden Tag bis nachmittags Unterricht und einen Tag sogar bis halb sieben, da wir noch Theater als Wahlfach hatten. Man musste auch in der Schulkantine zu Mittag essen. Aber diese war so viel besser als in Deutschland, denn dort gab es Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise, Käse und Brot und noch Obst dazu.

Da meine Gastmutter so gern und so gut kochte, lernte ich auch viel von der französischen Küche kennen. Einmal machte sie extra für mich Schnecken und auch einmal Froschschenkel. Ich hatte am Anfang so meine Zweifel, aber es schmeckte erstaunlich gut. Ich probierte alles in Frankreich, und das gefiel meiner Familie so gut, dass es immer mehr "exotische" Gerichte gab.

Während meines Aufenthaltes habe ich stark gemerkt, wie sich meine Französischkenntnisse deutlich verbessert haben. Während es mir am Anfang noch sehr schwer fiel, zusammenhängende Geschichten, zum Beispiel von einem witzigen Moment in der Schule, zu erzählen, ging das am Ende ganz leicht und auch die schnellen, umgangssprachlichen Unterhaltungen von meinen Freundinnen verstand ich schon recht gut. Ich hatte immer ein kleines selbstgeschriebenes Wörterbuch in der Tasche, in das ich neugelernte Wörter sofort reinschrieb und lernte am Abend noch ein bisschen Grammatik dazu.

Der Abschied war wirklich sehr traurig und meine Gastfamilie hat mich gleich wieder für Ostern nach Frankreich eingeladen. Das werde ich sicherlich gerne machen. Frankreich war echt eine tolle Zeit und wenn ich könnte, würde ich gleich nochmal drei Monate hingehen. Ich finde, dass das Brigitte-Sauzay-Programm echt ein tolles Programm ist, das es Jugendlichen ermöglicht, Frankreich, die französische Sprache und Kultur und die Menschen besser kennenzulernen. Ich habe es an viele meiner Freundinnen weiterempfohlen und eine davon befindet sich jetzt gerade in Frankreich bei ihrem Austausch. Ich hatte wirklich eine gute Zeit in Frankreich und danke dem Programm für diese tollen Erlebnisse und die drei aufregenden Monate.

Theresa Mergel, 10D