Slideshow7.jpg

Das Oberstufentheater spielt "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt

Was wir denken, meinte Friedrich Dürrenmatt im 20. Jahrhundert, habe Folgen. Dabei forderte doch Kant als Leitspruch der Aufklärung im Jahr 1784: "Sapere aude!" Was hat sich geändert?

Der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt lebte von 1921 bis 1990, seine Tragikomödie "Die Physiker" entstand 1961, also zur Zeit des Kalten Krieges. In diesem Jahr wurde die Berliner Mauer gebaut, 1962 standen die Supermächte und damit auch die Welt mit der Kubakrise sogar am Rand eines neuen Weltkrieges. In dieser aufgeladenen Zeit stellt der Autor drei Physiker auf die Bühne, die in einem Irrenhaus morden. Einer nach dem anderen tötet eine Krankenschwester, bis schließlich die Chefärztin das Sanatorium in eine Festung verwandelt. Allerdings nicht, wie vom Staatsanwalt gefordert, um die Welt vor den Physikern zu schützen, sondern vielmehr, um ungestört die genialen Erfindungen eines der Insassen für sich und ihre Machtgier auszunützen. Was ihr Patient Möbius gedacht, was er im Irrenhaus erfunden hatte, wird in der Welt nicht ohne Folgen bleiben. Die Auswirkungen der Physik, so Dürrenmatt, betreffen alle. Die Vernichtung der Menschheit ist möglich geworden.

Einen höchst amüsanten Klassiker brachten die Schüler des Oberstufentheaters des Regensburger Albertus-Magnus-Gymnasiums auf die Bretter der Regensburger Tage des Schülertheaters im Thon-Dittmer-Palais. Weit mehr Zuschauer als beim Eröffnungsabend wollten die Aufführung von Molières (mit Dada) "Der eingebildete Kranke" sehen.

 

U Theater02

"Miss Dummernight’s Dream“ – das etwas andere Stück der Theatergruppe Mittelstufe"

Mittwoch, 18.07.2012, Aula, Albertus-Magnus-Gymnasium

Das ging ja gut los, dachte sich so mancher Besucher, der einigen wagemutigen Schülerinnen und Schülern der Mittelstufe bei ihrem oftmals ersten Theaterauftritt zuschauen wollte.

Programmheft gab es keines, das Stück klang nach Shakespeare (hohe Kunst also) und dann würden laut Vorankündigung die Schauspieler auch noch Englisch sprechen. Das konnte ja heiter werden ...

Und tatsächlich, das wurde es! Denn was die Teenager da auf die Bühne zauberten, konnte sich sehen lassen: ein äußerst kurzweiliges Stück um das altbekannte Thema Liebe, doch erfrischend neu interpretiert von einer jungen, engagierten Theatertruppe. Interpretiert? Nein, umgeschrieben, weitergeschrieben, umgeändert, fortgeführt. Heraus kam: "Miss Dummernight’s Dream".