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Kurz vor den Weihnachtsferien besuchte uns Herr Heuberger, Schauspieler am Regensburger Theater, um für unsere Fünft- und Sechstklässler aus einem aktuellen Jugendbuch vorzulesen.
Schon seit vielen Jahren kommt Herr Heuberger in der Vorweihnachtszeit an unsere Schule und das Buch, aus dem er liest, wird bis zur Veranstaltung geheim gehalten. Nicht immer ist die Suche nach einem passenden Jugendbuch einfach, aber in diesem Jahr entschied sich Herr Heuberger sehr schnell für die Geschichte von Enaiatollah Akbari, einem Jungen aus Afghanistan, der die lange, beschwerliche, mit vielen Hindernissen verbundene Reise in den Westen schaffte und heute als Student in Italien lebt.

Fabio Geda, Im Meer schwimmen Krokodile

Heuberger 19

Als Enaiat eines Morgens erwacht, ist er allein. Er hat nichts als seine Erinnerungen und die drei Versprechen, die er seiner Mutter gegeben hat: Erstens: Keine Drogen nehmen. Zweitens: Keine Waffen benutzen. Drittens: Nicht stehlen.
Mit dem Ziel, ein besseres Leben zu finden, begibt er sich auf eine lange Reise Richtung Westen. Er reist auf Lastwagen nach Pakistan, bezahlt Schlepper, arbeitet auf einer Baustelle im Iran, schlägt sich durch, wird mehrmals abgeschoben, überlebt die Überfahrt von Korinth aus über das Mittelmeer, lernt das Leben von seiner grausamen Seite kennen. Und trotzdem entdeckt er, was Glück ist …

Fabio Geda erzählt die wahre Geschichte des zehnjährigen Enaiatollah Akbari in einem kurzen und zu Herzen gehenden Buch: eine Geschichte, die uns den Glauben an das Gute zurückgibt.

Herr Heuberger las nicht nur die ersten Kapitel dieser Geschichte einfühlsam vor, sondern verteilte am Ende der Lesung eine Anleitung zum Lesen, in der der Unterschied zwischen einer Burka und einem Tschador, die Taliban oder die Hazara (eine Volksgruppe im Norden Afghanistans, zu der auch Enaiat gehört) erklärt werden. Er freute sich außerdem, dass die Lesung gut besucht war und unter den Zuhörern neben den Schülern auch viele Eltern waren. Besonders erinnerte er jedoch daran, wie sich in den letzten Jahren sichtbar unsere Gesellschaft verändert habe, in der syrische und afghanische Kinder, Jugendliche, Familien als unsere Nachbarn und Klassenkameraden teilhaben.
Wir sollten Toleranz üben, diese Veränderung aufgeschlossen annehmen und positiv bewerten!
Und auch Enaiat ist "der Meinung, dass man jeden gleich gut behandeln muss, egal, welchen Pass oder Glauben er hat".

Vielen herzlichen Dank an das Indienhilfeteam, das für Heißes und Süßes sorgte sowie der Buchhandlung Pustet am Dom, die mehrere Jugendbücher und die Geschichte "Im Meer schwimmen Krokodile" zum Verkauf anbot.

Sabina Aslan