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Nachdem in den Deutschkursen der Q11 die Weimarer Klassik intensiv behandelt worden war, hatten wir die Möglichkeit, das erlangte Wissen über diese bedeutende Epoche vor Ort vertiefen zu können. Am Donnerstag, den 18. Mai, pünktlich um acht Uhr fuhren die Busse vor dem Albertus-Magnus-Gymnasium ab und brachten uns sicher nach Weimar. Nachdem wir unser Gepäck im A&O-Hostel abgestellt hatten, startete das Programm individuell für jeden Deutschkurs.So machte unser Teil der Jahrgangsstufe sich auf den Weg in die Weimarer Innenstadt und gewann einen ersten Eindruck. Für uns ging es bereits eindrucksvoll mit dem Besuch des wunderschön angelegten Stadtparks und der Besichtigung des in dem Park gelegenen Gartenhauses von Goethe weiter. Dort konnte man viele originale Gegenstände aus Goethes Leben bewundern und in idyllischer Umgebung das Drama "Antigone", das wir am darauffolgenden Tag im Nationaltheater besuchen wollten, vorbesprechen.

Heutige Schüler interessieren sich nicht mehr für mittelalterliche Literatur. Von wegen. Wer dies dachte, wurde am 22.12.16 um 14.30 Uhr eines Besseren belehrt. Zu dieser Zeit erkundete nämlich die Klasse 7B im Rahmen der Unterrichtssequenz zum Themenkomplex Mittelalter im Fach Deutsch unter Leitung von Frau Dr. Wolfsteiner zusammen mit den Referendaren Frau Rössler und Herrn Dr. Stierstorfer die mittelalterliche Burg Prunn bei Riedenburg, wo eine bedeutende Abschrift des Nibelungenlieds – der weltbekannte "Prunner Codex" – gefunden wurde. Gleich bei der Ankunft stellten die Schüler fest, dass die 800 Jahre alte Burg aus mehreren Teilen besteht, mit denen sie bereits im Unterricht vertraut gemacht worden waren: Einem tiefen Burggraben, einer langen Zugbrücke, einem offenen Zwinger, einer Kemenate und einem prächtigen Palas. In der Epoche der Romantik wurde die Burg in ein Schloss umgewandelt, wie einer Info-Tafel zu entnehmen war.

Kinder lieben Geschichten, und ganz besonders, wenn sie ihnen vorgelesen werden.

Deshalb ist die alljährliche, in der Vorweihnachtszeit stattfindende Lesung mit dem Schauspieler Michael Heuberger inzwischen eine fest etablierte Veranstaltung für unsere jüngsten Schüler am AMG. Dieses Jahr fiel die Wahl auf das Jugendbuch "Woodwalkers" von Katja Brandis.

Nicht nur Geschichten lassen sich erfinden, auch neue Wörter sprudeln manchmal aus einem heraus. Diese Erfahrung konnten die Schüler der Klasse 6a machen, die nicht nur ihren Dialekt-Speicher anzapften oder sogar im "Schmeller", dem bayerischen Wörterbuch, nachschauten, um altbekannte Märchen aus aller Welt so darzubieten, dass etwas Neues entstehen konnte. Nein, es kam sogar zu solchen Wortschöpfungen wie dem "Schillichselaxerer" oder dem "Graschlabuxibit", die dann zeigten, wie viel Spaß das Spiel mit der Sprache macht. Und auch das Sprechen. Denn so richtig schön sind Märchen ja erst, wenn sie erzählt werden. Dazu hatten die besten Geschichtenschreiber die Gelegenheit beim Vorlesewettbewerb. Gerne ließ sich das Publikum mit den Abenteuern vom Kumpelrumpelbambumpel, äh … natürlich einem Riesen, und anderen Gesellen die Zeit vertreiben, bis die Jury des Vorlesewettbewerbs ihre Entscheidung gefunden hatte. Wer nun neugierig geworden ist: Am 23. Dezember werden die Künstler ihre Texte im Rahmen des Weihnachtsbasars noch einmal zum Besten geben. Mit einer Klangsprache, die dazu einlädt, Spaß an der Sprache und am Dialekt, an Märchen und dem Miteinander zu haben.

Immer wieder dürfen wir Lehrer erfahren, wie viel Spaß unseren Schülern das Lesen macht: Nach wie vor werden Bücher mit spannenden Geschichten verschlungen. Ein besonderes Erlebnis bietet jedes Jahr aufs Neue der Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels für die Sechstklässler. Hier geht es um die besondere Kunst, das Buchstabengerüst in farbiges Kopfkino für die Zuhörer zu verwandeln. Flüssiges Lesen ist die Voraussetzung, eine rasche Auffassungsgabe für das Gelesene und ein anschauliches Sprechen machen die besondere Würze aus.

Die Schriftstellerin Barbara Krohn, der Regensburger Verleger Peter Kern sowie Schülerinnen und Schüler der Regensburger Schülerakademie luden am 2. Dezember zu einer höchst unterhaltsamen Lesung und Buchvorstellung in der Aula des AMG ein. Zahlreiche interessierte Zuhörer lauschten fast zwei Stunden lang den meist von den Autoren selbst vorgetragenen Texten aus der Anthologie "Muss die Geschichte ein gutes Ende haben?" – Lyrik und Prosa aus den Jahren 2003 bis 2016.

Als Kooperationsschule des Theaters Regensburg hat das AMG mit der kompletten Q11 am 19.10.2016 eine Aufführung von Shakespeares "Hamlet" im Velodrom besucht. Die folgende Rezension wurde von einer Schülerin im Rahmen des Deutschunterrichts verfasst:

Der Wahnsinn hat Flügel
Rezension von Pamina Wittmann, Q11

Dass etwas "faul" ist im Staate Dänemark, merkt man bereits, wenn sich der Vorhang öffnet und das Bühnenbild enthüllt wird: Ein dreieckiges, schiefes Podest, darunter nichts als Dreck. Hamlet (Jacob Keller) betritt die Bühne mit der Urne seines verstorbenen Vaters, kniet sich vorne nieder, verteilt verzweifelt den Inhalt über sein Haupt. Er hebt die Krone seines Vaters auf, setzt sie auf, jedoch – und das war eines der stärksten Bilder zu Beginn des Abends – sie rutscht ihm über seine Augen.

"Wie kommen Sie zu Ihren Ideen?" - "Haben Sie einen Lektor?" - "Wie viel kann man mit Büchern verdienen!" Das waren einige Fragen, die von den Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe bei der Lesung am 13. Mai an den Schriftsteller Ulrich Effenhauser nach seiner spannenden Einführung in die historische Thematik und dem lebendigen Vortrag von ausgesuchten Stellen aus dem historischen Krimi "Alias Toller" herangetragen wurden.

Für ein Jahr kostenlos die F.A.Z.: Diese Möglichkeit hat nun die Klasse 10b nach der erfolgreichen Bewerbung um das Lese- und Schreibprojekt. Die regelmäßige Zeitungslektüre erleichtert es, Anteil an aktuellen politischen, sozialen, kulturellen oder wirtschaftlichen Ereignissen zu nehmen, und ermöglicht damit eine Vertiefung von unterrichtsrelevanten Aspekten - nicht nur für das Fach Deutsch. Wesentlicher Bestandteil des Projektes ist aber auch das Ziel, journalistisch zu schreiben und womöglich besonders gelungene Artikel auf der Seite "Jugend schreibt" in der F.A.Z. zu veröffentlichen oder sogar einen Preis zu gewinnen. Zunächst aber gilt: Lesen! Vier Wochen lang die gedruckte Ausgabe, die restliche Zeit als E-Paper.

Der ausgebildete Lehrer und langjährige Filmkritiker Thomas Binotto hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Der Schweizer bezeichnet sich als "Filmleser". Wer Filme "lesen" will, schaut sie mehrmals an, analysiert die einzelnen Szenen, sucht nach typischen Mustern, entdeckt Hintergründe, setzt Filme zueinander in Beziehung. Am AMG referierte Binotto zum Thema "Superhelden".