• Slideshow Startseite 00
  • Slideshow Startseite 01
  • Slideshow Startseite 02
  • Slideshow Startseite 03
  • Slideshow Startseite 04
  • Slideshow Startseite 05
  • Slideshow Startseite 06
  • Slideshow Startseite 07
  • Slideshow Startseite 08
  • Slideshow Startseite 09
  • Slideshow Startseite 10
  • Slideshow Startseite 11

Einst bezeichnete der große Nationaldichter Vergil die Römer als rerum dominos gentemque togatam (Verg. 1,282), als Herren der Welt und Toga tragendes Volk. Trugen die Römer immer eine Toga? Wie sah diese denn aus? Und hielten sie es beim "Drunter" ganz wie die Schotten? Ein interessantes Themengebiet, mit dem sich die Archäologie-AG beschäftigen wollte. Anhand von Statuen und Fresken gelang es den Hobbyarchäologen Rückschlüsse auf die Kleidungsgewohnheiten der Römer zu ziehen.

Völlig gendergerecht war das übliche Kleidungsstück der Römerinnen und Römer gleichermaßen die Tunika. Sie ging bis zu den Knien, bei Frauen oftmals bis zum Knöchel. Hosen hingegen wurden nicht getragen, denn das hätte einen Skandal provoziert, da sich mit so etwas nur die "Barbaren" kleideten. Die Tunika wurde in der Regel von einem Gürtel zusammengehalten, wobei die Ärmel bis zum Ellenbogen gingen.

Männer, die das römische Bürgerrecht besaßen, trugen über der Tunika eine Toga. Es handelte sich dabei um ein großes Stück Stoff (6 Meter lang und mehr als 2 Meter breit), das kunstvoll um den Körper geschlungen wurde. Um die Toga anzulegen, brauchte man die Hilfe von Sklaven. Nur die Senatoren und andere Inhaber von höheren Ämtern und die Mitglieder der großen Priesterkollegien trugen eine Toga mit einem breiten Purpursaum (toga praetexta). Erstaunlicherweise kleideten sich auch Jungen mit einer solchen Toga bis zu ihrer Volljährigkeit, doch besaß diese nur einen ganz schmalen Streifen in rot.

Archaeologie Toga
Foto: privat

Mit Hilfe einer Ankleideanleitung ging es nun an das Probieren einer Toga, doch zeigte sich schnell, dass dafür einiges an Übung vonnöten ist, da sich so mancher Schüler und manche Schülerin heillos in dem riesigen Stoffstück verwickelte.

Nun kam von den findigen Archäologiebegeisterten schnell die Frage auf, ob es nicht doch auch die eine oder andere Festtagsrobe gab, wie man sie bei uns auf Bällen oder jüngst bei der Oscarverleihung sehen konnte. Besondere Staatskleider in Rom waren die toga picta, eine purpurne Toga, mit goldenen Sternen verziert, die der Triumphator anlegte, sowie die mit eingestickten Palmzweigen geschmückte toga palmata. Angeklagte hüllten sich in eine schmutzige Toga (toga squalida). Im Sommer hingegen griff man zur toga rasa, einer abgeschorenen Toga aus dünnem Stoff, im Winter wurde eine wollene (toga pinguis) bevorzugt. Die gekalkte, rein weiße toga candida – daher kommt auch der Begriff "Kandidat" – wurde von den Bewerbern um öffentliche Ämter getragen.

Und was trug "frau" in der kommenden Weltmacht der Mode? Nun, hier war doch ein wenig Enttäuschung bei den weiblichen Kursteilnehmerinnen spürbar: Frauen trugen über der Tunika eine simple Stola, eine Art Kleid mit Gürtel. Darüber wurde manchmal noch die Palla getragen, ein Umhang, der auch über den Kopf gezogen werden konnte, denn ohne Kopfbedeckung nach draußen zu gehen, galt als unschicklich! Vielleicht liegt hierin aber doch auch der Grundstein für die berühmte italienische eleganza.

Spannender wurde nun die Frage nach dem „Drunter“ im alten Rom, dem subligaculum. Dieses römische Kleidungsstück war aus Leder und ähnelte von der Form einer modernen Unterhose. Auf einer Seite war das subligaculum mit Schnüren verschließbar. Es wurde sowohl von Männern als auch von Frauen getragen (bei Frauen parallel zur fascia pectoralis, einem Brustband). Als Beleg für diese Wäsche können zum Beispiel die berühmten "Bikinimädchen" aus der Villa Romana del Casale auf Sizilien herangezogen werden. Über die Häufigkeit herrscht allerdings große Unsicherheit, es ist tatsächlich davon auszugehen, dass die Römer meist gar nichts unter ihrer Tunika anhatten.

Während die Archäologen bei der Forschung zu den Kleidungsstücken sich eher auf Statuen und Bilder beziehen, gab es beim Thema "Schuhwerk" einen großartigen Fund in Nordengland. Forscher haben 421 gut erhaltene Schuhe der Römer im nordenglischen Vindolanda geborgen. Die Modelle sind sehr unterschiedlich, was Stil, Qualität, Preis und Größe angeht, und sie spiegeln so einen Querschnitt durch die damalige Gesellschaft. Es wurden zum Beispiel die auch bei uns im Sommer beliebten Flip-Flops bereits bei den Römern genutzt (solea). Es gab aber auch Clogs mit dicker Holzsohle und breitem Lederriemen, Stiefel und Hausschuhe (carbatina). Letztere ähneln frappierend einem modernen Fußballschuh. Dass die Schuhe so gut erhalten sind, ist dem lehmigen Boden zu verdanken, in dem das Leder konserviert wurde.

Unter großem Gelächter wurden im Anschluss römische Togen und Tuniken probiert. Im Sommer wollen die Hobbyarchäologinnen und -archäologen dann auch eine kleine Modenschau veranstalten, für die aber noch Mütter und Väter gesucht werden, die Nähmaschinen bedienen und uns bei Fertigen der Kleidungsstücke behilflich sein können. Für Unterstützung wären wir dankbar!

Karin Kemmeter