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"Zu wenig Schutzmasken, zu wenig Schutzhauben, zu wenig Schutz für Ärzte, Pfleger und Patienten." So beschrieb mir neulich ein befreundeter Arzt die Lage in einer großen Klinik in Regensburg. Als ich ihm somit anbot, einige Masken für seine Klinik auf der alten Nähmaschine meiner Großmutter zu nähen, zeigte er sich für mein Angebot sehr dankbar. Und auch meine Tochter Marlene war von der Idee des Maskennähens sehr begeistert, sitzt sie doch viel lieber mit der Nadel an einem Stück Stoff als mit dem Stift über ihren täglichen Hausaufgaben.

Also machten wir, Mutter und Tochter, uns gleich an das Nähen der gewünschten Masken. Als ich dann, abends, am gleichen Tag als unsere heimische Produktion im Dienste der Hygiene begann, die Bitte unseres Schulleiters nach einem freiwilligen Engagement für die schulische Notfallbetreuung las, kam mir der Gedanke, wie schön es doch wäre, wenn die Schülerinnen und Schüler die Masken bemalen würden.

Als ich dann meinen Dienst in der Notfallbetreuung von Kindern systemrelevanter Eltern an unserer Schule antrat, hatte ich neben meinem üblichen Gepäck auch mehr als 30 Masken zum Gestalten dabei. Da die Kinder aufgrund ihrer Eltern allesamt für die Problematik des Coronavirus sensibilisiert waren, zeigten sie sich alle von der Idee des künstlerischen Gestaltens der Masken, welche ich freilich im Vorfeld mit Arzt und Schulleiter abgesprochen hatte, begeistert.

So erscheinen die Masken nun nicht mehr im nüchternen Weiß, sondern werden geschmückt von Blumen und Gesichtern, Einhörnern und Feen - und ja, von einem "Coronabekämpfer" hoch zu Ross mit Rüstung und Ritterschwert.

Notbetreuung2

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Beim Anblick im Spiegel zu Beginn der Frühschicht, so erzählte mir neulich unser befreundeter Arzt, musste er lächeln – trotz Frühschicht und trotz Corona – und lächeln, so der Arzt weiter, mussten er und seine Mitarbeiter besonders, als sein Kollege mit dem besagten "Coronabekämpfer" den Feldzug gegen das Virus antrat.

Zweifelsohne können unsere selbst genähten und gestalteten Masken niemals den gleich hohen Schutz wie professionelle FFP3-Schutzmasken bieten. Jedoch können unsere Masken zaubern, sie können – wenn auch vermutlich nur für einen kurzen Augenblick - ein Lächeln zaubern in die Gesichter der Menschen, die in vorderster Front gegen Corona kämpfen, und dies ist in diesen Zeiten und für diese Menschen bestimmt auch wichtig: Lächeln, trotz Corona.

Eva Haubelt