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Sea-Eye rettet Menschenleben

Kurz vor Weihnachten fand an unserer Schule für die Schüler der 11. Jahrgangsstufe und für die Mitglieder des Politik-und-Zeitgeschichte Kurses ein Vortrag über die Hilfsorganisation Sea-Eye statt. Herr Meyerhofer, ein ehemaliger Schüler des AMG, nahm sich die Zeit unsere Schüler über die Motivation und das Engagement von Sea-Eye zu informieren.

Sea-Eye ist eine deutsche Hilfsorganisation, die in Seenot geratene Flüchtlinge im Mittelmeer rettet. Die Idee zur Gründung dieser Organisation hatte der Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer. Erst kürzlich verlieh die Stadt München dem Gründer von Sea-Eye den Georg-Elser-Preis, weil der von ihm 2015 gegründete Verein tausende Flüchtlinge vor dem Ertrinken bewahrt hat. Sea-Eye kaufte damals einen ehemaligen Fischkutter namens Sternhai und baute ihn für die Seenotrettung um. Mittlerweile besteht die Organisation aus 450 Mitgliedern und wird unterstützt von freiwilligen und professionellen Helfern.

Herr Meyerhofer erklärte im Vortrag, wie die Seenotrettung abläuft: Im Durchschnitt betragen die Einsatzkosten für nur eine einzige Rettungsaktion 60.000 Euro. Trotzdem gab es beispielsweise im Jahr 2018 acht Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer. Dies ist nur möglich durch die große Spendenbereitschaft der Menschen - vor allem der Regensburger. Einer der wichtigsten Einsatzorte von Sea-Eye ist die lybische Küste. Doch ein Einsatz dort ist nicht ungefährlich. Da die EU Staaten wie Libyen und dem Sudan Geld gibt, um deren Flüchtlinge davon abzuhalten, nach Europa zu fliehen, werden sowohl die Flüchtlinge, als auch die Besatzung des Rettungsschiffes durch die lybische Küstenwache bedroht. Diese Küstenwache entspricht keinesfalls einer Küstenwache, wie man sie aus Europa kennt, sondern besteht aus Söldnern und bewaffneten Milizen. So wurde zum Beispiel der Sea-Eye von dieser "Küstenwache" ein neues, modernes und gut ausgestattetes Rettungsboot gestohlen.

Einige der Flüchtenden begehen sogar Selbstmord, sobald die lybische Küstenwache in Sicht kommt, weil sie auf keinen Fall wieder in die Lager Lybiens gebracht werden wollen. Dort herrschen unmenschliche Zustände und die Geflüchteten werden dort gefangen gehalten.

Für die Kontaktaufnahme der Seenotretter mit den in Seenot Geratenen, erfordert es eine professionelle Crew, da die Flüchtlinge von ihren Erlebnissen häufig traumatisiert sind und bei falscher Annäherung panisch reagieren, was manchmal noch zu Schiffbruch in letzter Sekunde führt.

Abgesehen von der Bedrohung durch die lybische Küstenwache gibt es noch andere Probleme, denen sich die Hilfsorganisation oft stellen muss. Viele Rettungsschiffe werden von Häfen abgewiesen und finden keine Andockmöglichkeiten, um die Flüchtlinge an Land zu bringen, weshalb sie häufig mehrere Wochen auf See gefangen sind. Da auf einem Rettungsschiff ca. 150 Menschen Platz haben, kann man sich vorstellen, wie belastend das Warten auf Landeerlaubnis mit traumatisierten, kranken und erschöpften Geflüchteten ist.

Der Vortrag beeindruckte uns alle sehr, gerade über die Zustände in den Lagern und die Vorgehensweise der lybischen Küstenwache wussten viele nicht Bescheid.

Levantes Dogan, Alber David (beide 10c)