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Bereits vor den vergangenen Sommerferien haben wir im Rahmen des W-Seminars Kunst 2019-2021 bei Frau Haubelt ein Informationsschreiben für den Wettbewerb "liegendes Tier", welcher vom Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Kooperation mit dem Institut für Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung der Universität Regensburg ausgelobt wurde, erhalten. Für diesen Wettbewerb sollte ein Studienblatt mit mehreren Skizzen und eine naturgetreue Bleistiftzeichnung des ausgewählten liegenden Tieres angefertigt werden.

Wir hatten nun also sechs Wochen Zeit, uns dieser keineswegs einfachen Aufgabe zu widmen. Die fertigen Zeichnungen sollten als Foto per E-Mail an die Veranstalter geschickt werden. Die Jury wählte nach Einsendeschluss aus allen eingereichten Zeichnungen 10 Gewinner aus, denen die Teilnahme an einem Workshop ermöglicht wurde. Bei diesem Workshop hatten die glücklichen Gewinner die Gelegenheit, die gezeichneten Tiere unter fachkundiger Begleitung aus Ton zu modellieren und somit eine eigene Tierplastik zu erschaffen.

Ich saß in einer Freistunde gerade in unserem Oberstufenzimmer und hörte Musik, als plötzlich eine Benachrichtigung über eine neue E-Mail auf dem Display meines Smartphones aufleuchtete. Ich klickte drauf und las den Betreff "Kunstwettbewerb Tier im Blick". Da war ich freilich sofort neugierig, ob es sich nun um eine Absage oder aber gar um eine Zusage handeln würde. Zunächst bedankten sich die Veranstalter für meine Bewerbung und die Teilnahme und dann kam endlich der entscheidende Satz "Wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie von der Jury als Teilnehmerin für unseren Workshop ausgewählt wurden." Ich freute mich natürlich auch sehr, zumal ich nicht gedacht hätte, ausgewählt zu werden, den Workshop jedoch sehr interessant fand.

Bevor wir aber mit dem Arbeiten in Ton begannen, erhielten wir zunächst von Lilly Peithner noch eine spezifische werktechnische Einführung, beispielsweise wie man Ton formen kann, dass man Tonfiguren vor dem Brennen aushöhlen muss und über den Brennvorgang. Dann gingen wir zum praktischen Teil über. Begonnen haben wir mit einer Betrachtung und Besprechung der von Lilly Peithner mitgebrachten Tierpräparate. Danach ging es weiter mit dem Spiel "Beschreiber und Bildhauer". Dabei setzten wir uns jeweils in Paaren Rücken an Rücken, wobei der eine Partner einen Gegenstand (zum Beispiel eine Knolle Ingwer) bekam, der andere Knetmasse. Nun musste der eine den Gegenstand beschreiben, und der andere diesen allein anhand der Beschreibung formen. Als wir dann im Endeffekt die Gegenstände neben die geformten Objekte legten, wurde uns schnell klar, dass das Bild, das wir von einem Gegenstand haben, nicht unbedingt übereinstimmt mit dem Bild, das im Kopf einer anderen Person existiert. Die Subjektivität des Seins wurde somit sicht- und in diesem Fall auch greifbar.
Bevor wir dann wirklich mit der Tonarbeit anfingen, erarbeiten wir in einem gemeinsamen Gruppengespräch schlussendlich noch die Unterschiede zwischen "Abstraktion" und "Naturnähe" mit ihren entsprechenden Abstufungen. Abschließend begannen wir nun endlich mit den Tierplastiken, indem wir unser "künstlerisches Anliegen" entwickelten und kleine Bozzetti formten. Am Ende des Tages – und zugegebenermaßen auch unserer Kräfte – begangen wir schon mit den Arbeiten an der Plastik aus Ton.

Am Montag, dem 28.10.2019, ging es mit dem Workshop weiter. Wir machten erneut eine Übung zum bildnerisch-praktischen Warm-up. Zunächst erstellten wir drei Tonvierecke. Danach erhielten wir Briefumschläge mit drei verschiedenen Wirkungsbegriffen, und sollten zu jedem Begriff jeweils eine Oberfläche eines Tonvierecks so bearbeiten, dass die entsprechende Wirkung für den Betrachter erzeugt wird.
In einer Gruppenbesprechung wurden die Vierecke mit ihren "Mustern" betrachtet und die ersten Eindrücke geäußert. Wir erklärten zu unseren Entwürfen die Vorgehensweise und die begleitenden Gedanken. Dann modellierten wir wieder an unseren großen Werken und wurden dabei von Lilly Peithner individuell beraten.

Nach einer kleinen kreativen Verschnaufpause ging es dann am Mittwoch, dem 30.10.2019 weiter. Der Treffpunkt war dieses Mal die Universität Regensburg, wo wir zu einem Empfang und zur Begrüßung in das Büro von Frau Prof. Dr. Eiglsperger eingeladen waren. Dort sprachen wir über unsere Wünsche an Studium und Beruf. Anschließend wurden wir in die Bildhauerwerkstatt der Universität von deren Werkstattleiter Günter Schwarz, welcher uns auch eine spannende Einführung in die Werktechnik des Betonabgusses und des Brennprozesses gab, geführt.
Danach begleitete uns Lilly Peithner durch die Ausstellung zum "Kunstpreis19" in die Kunsthalle der Universität und stellte uns die gleichermaßen verschiedenen wie beeindruckenden Werke vor.

UR KOG Wettbewerb Kunst

Abschließend kann ich nur bekunden, wie glücklich ich bin, dass ich an diesem Workshop teilnehmen durfte. Denn wir alle haben sehr viel gelernt und viele neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Es war sehr spannend und interessant, aber durchaus auch lustig und eine schöne Zeit.

Vielen Dank an die Veranstalter, die uns das ermöglicht haben!

Romina Schrafstetter
Q11