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Martin Ellrodt aus Fürth, ein Geschichtenerzähler wie er sich selbst nennt, fesselte die Zehntklässler des Albertus-Magnus-Gymnasiums und ihre Eltern einen Abend lang mit den Metamorphosen Ovids, diesem carmen perpetuum, dem Gewebe aus Schicksalsfäden und Bildern von menschlichem und göttlichem Schicksal, das von fortwährender Verwandlung spricht und niemals endet.

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Herr Ellrodt erzählte sie uns, die Geschichte von der tragische Liebe des Sängers Orpheus, der durch seinen Gesang sogar die Götter zu rühren vermochte und doch scheiterte am fehlenden Vertrauen. Er ließ uns teilhaben am Schicksal des Erysichthon, der in seiner Gier sogar die eigene Tochter verkaufte und schließlich nur noch sich selbst verschlingen konnte. Von Arachne berichtete er uns, die sich in ihrer Hybris erdreistete, den Kampf am Webstuhl mit Athene aufzunehmen und Opfer des göttlichen Zorns wurde, so dass sie bis heute ihre Fäden als achtbeinige Spinne weben muss. Auch Perseus, der Retter der schönen Andromeda, trat vor unser geistiges Auge, sein Heldenmut, mit dem er auf der Hochzeit noch den letzten seiner Feinde durch das Gorgonenhaupt erstarren ließ, und schließlich Pygmalion, der so menschliche Künstler, der sich ein Bild einer Frau aus Elfenbein erschaffen hatte und in Liebe zu ihr entbrannt nur noch um die Hilfe der Liebesgöttin Venus flehen konnte.

Pflanzen, Tiere, Steine entstehen und vergehen wieder, ein Werden und Sterben, eben das Leben verwoben mit den zeitlosen Geschichten der Menschen und der Götter, überliefert von Ovid, erzählt an einem unvergleichlichen Abend, den die Jungen und Mädchen der zehnten Klassen kulinarisch bereicherten, von Martin Ellrodt. Tempora mutantur et nos mutamur in illis.

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Karin Kemmeter