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Auch dieses Jahr konnte das Albertus-Magnus-Gymnasium eine lang währende Tradition einhalten: die vorweihnachtliche Lesung für unsere "Jüngsten". Schon zum 26. Mal besuchte uns Herr Heuberger, Schauspieler am Regensburger Theater, um für unsere Fünft- und Sechstklässler aus einem aktuellen Jugendbuch vorzulesen. Dabei erfuhr das Publikum erst kurz vor dem Vortrag den Titel des geheim gehaltenen Buches.

Dieses Mal sei es eine schwere Aufgabe gewesen, einen geeigneten Lesestoff zu finden, meinte Herr Heuberger, denn die Auswahl sei sehr groß gewesen. Seine Frau und er hätten in etwa zehn verschiedenen Büchern geschmökert. Die Wahl fiel schließlich auf QUENDEL von Caroline Ronnefeldt.

Heuberger 18 2

Die Quendel sind menschenähnliche Wesen, die in einem beschaulichen Hügelland zuhause sind. Sie leben sehr im Einklang mit der Natur, viele sind verwandt untereinander und pflegen ein herzliches nachbarschaftliches Verhältnis. Außerdem legen sie viel Wert auf ihre Gärten oder auf ihre Ernährung.

Einer von ihnen, Bullrich Schattenbart, hat ein großes Hobby: er zeichnet unwahrscheinlich gerne Karten und hat bereits einige Zeichnungen von der Umgebung gemacht: Grünlohe, wo er selber wohnt, Wetterstern, Schielingsstetten, Bäumelburg, und andere kleine Städte, die eng beieinander liegen. Es fuchst ihn aber, dass er ein Areal noch nicht kartografiert hat: den unheimlichen, düsteren Wald FINSTER. Einige Quendel sind in grauer Vorzeit dahin gegangen und nicht wieder herausgekommen. Er weiß also, dass es gefährlich ist, sich in den Finster zu begeben. Doch eines Tages ist er fest entschlossen, dieses unbekannte Terrain zu erkunden und erlebt Schauerliches.

Der Leser erfährt nicht viel, wie die Quendel aussehen, manchmal gibt es kleinere Andeutungen, aber Menschen sind sie jedenfalls nicht. Man stellt auch den Vergleich zu Tolkiens Hobbits her, aber auch das sind die Quendel nicht. Sie sind eher eine eigenständige Rasse und sehr menschenähnlich. Herr Heuberger las das zweite Kapitel vor, in dem Bullrich sich im Wald Finster befindet und ein verführerisches Leuchten entdeckt. Obwohl er weiß, dass er sich hüten sollte vor allem Unbekannten im Wald, lässt er sich von diesem Zauberlicht anziehen. Als er fällt und die Besinnung verliert, nähert sich ihm etwas….

Mucksmäuschenstill war es in der Aula, als Herr Heuberger an der spannendsten Stelle abbrach. Werden die Freunde und Nachbarn Bullrich im Wald finden? Was hat es mit diesem magischen Leuchten zu tun? Und lauert auf die Quendel etwas Bedrohliches? Quendel ist ein Fantasyroman mit anspruchsvoller Sprache und sehr einprägsamen Bildern. Man riecht, schmeckt und hört den Wald geradezu, wenn er in seinen ganzen Facetten beschrieben wird. Es dauert eine Weile, bis man sich an diesen Stil gewöhnt, aber dann wird der Leser in das Geschehen hineingezogen.

Wer jetzt gespannt war, wie die Geschichte weitergeht, konnte sich die Lektüre gleich mit nach Hause nehmen, denn die Buchhandlung Wolf stand mit einem Büchertisch bereit.

Ganz lieben Dank an Nina Eckert und Andrea Dolschon, die mit weihnachtlichem Gebäck, Schokolade und Kinderpunsch das Vorlesen versüßten!

Sabina Aslan