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Am 18.7.2018 hatte das AMG zum zweiten Mal ein Seminar des Lehrstuhls für politische Philosophie und Ideengeschichte zu Besuch. Die Studierenden hatten speziell für die Klasse 10b und Mitglieder des Wahlkurses "Politik und Zeitgeschichte" ein Planspiel entworfen. Das überaus spannende und sehr aktuelle Thema dieses Planspiels war die Frage nach einem gemeinsamen europäischen Einwanderungsgesetz, das vor allem den Zuzug von Migranten aus Krisengebieten regeln soll. Der Wirklichkeit vorausgegriffen hatten die Studenten beim frühen Entwurf ihres Planspiels, indem sie die Einrichtung sogenannter "Expresszentren" ins Spiel brachten; genau solche äußerst umstrittenen Zentren, die sogenannten Ankerzentren, sollen jetzt in Deutschland eingerichtet werden.

Die Schüler teilten sich in vier Gruppen auf, die die unterschiedlichen politischen Positionen innerhalb des Europäischen Parlaments widerspiegeln sollten. Das politische Spektrum reichte von rechts-populistisch bis eher links-sozialdemokratisch, und auch eine Mediengruppe, die immer wieder "Eilmeldungen" sendete, recherchierte und fotografierte, gehörte zum Simulationsspiel. Dann wurde eifrig diskutiert, Anträge geschrieben, Positionen gerechtfertigt, manchmal auch polemisiert und vor allem konzentriert gearbeitet. Bei Fragen standen die Studierenden immer hilfreich zur Verfügung und konnten auch bei technischen Problemen der Mediengruppe zur Seite springen. Zum Ende des Planspiels durfte jede Gruppe ihre Anträge stellen und im Plenum wurde der Gesetzentwurf noch einmal engagiert diskutiert. Es gab einige Änderungen und nicht jede Forderung wurde schließlich in den Gesetzestext aufgenommen – ganz wie in der Wirklichkeit. Allerdings war unser kleines EU-Parlament doch viel kompromissbereiter als das in Brüssel, und so kam am Ende nach spannenden Verhandlungen ein Entwurf zur Abstimmung, den die Mehrheit mittragen konnte. Die Schüler zeigten sich überaus interessiert und begeistert von der Veranstaltung und dankten den Studierenden und Wilhelm Funke (M. A.) für die Mühe, die sie sich offensichtlich mit der Vorbereitung des Planspiels gemacht hatten.

Interessant war auch das Feedback nach dem Planspiel: Viele empfanden es als überraschend, wie leicht sie in für sie persönlich eigentlich fremde Positionen geschlüpft waren und diese auch überzeugend vertraten, obwohl ihre eigene politische Ansicht eine ganz andere war. Manche empfanden dieses Phänomen sogar als beunruhigend. Andere konnten ganz leicht die Distanz zu ihrer "Rolle" halten. Konsens war aber, dass so ein Planspiel sehr viel zur politischen Bildung beiträgt und unbedingt wiederholt werden sollte. Ein Indikator für das Interesse der Schüler an dieser Veranstaltung war der Verzicht auf eine Pause und auch die Bereitschaft, das Planspiel gegebenenfalls bis in den Nachmittag fortzusetzen. Dem standen allerdings sowohl das Sommerfest wie auch die hohen sommerlichen Temperaturen entgegen.

Insgesamt kann man sagen, dass diese Veranstaltung, die von den Studenten des Lehrstuhls für Politik so akribisch erarbeitet worden war, eine tolle Vorbereitung für die im Herbst stattfindende Fahrt nach Brüssel leistete.

Planspiel1

Planspiel2

Planspiel3

Planspiel4

Planspiel5

Kerstin Stöckel